Weihnachten rückt näher und eigentlich wünschen wir uns eine schöne, gemütliche Adventszeit im Kindergarten. Mit Kerzenschein, Weihnachtsliedern und vielleicht einer Geschichte, bei der alle Kinder ganz entspannt zuhören.
Die Realität sieht allerdings oft anders aus.
Die Kinder sind voller Vorfreude, überall gibt es etwas zu entdecken und gefühlt wird es in der Gruppe jeden Tag ein enger und lauter. Draußen ist es kalt und nass, deshalb verbringen wir mehr Zeit drinnen. Gleichzeitig stehen Plätzchenbacken, Nikolausbesuch, Weihnachtsfeiern und viele andere Aktionen auf dem Programm.
Und wir Erzieherinnen versuchen, zwischen all den Vorbereitungen irgendwie diese schöne, besinnliche Adventsstimmung zu schaffen. Obwohl wir selbst schon genug unter Strom stehen.
Kein Wunder also, dass es in der Gruppe also alles andere als ruhig zugeht.
Aber ausgerechnet jetzt noch mehr Bewegung anbieten? Wird es dadurch nicht erst recht unruhig?
Ich finde: Gerade jetzt brauchen die Kinder Bewegung.
Denn Kinder haben in der Adventszeit jede Menge Eindrücke und Aufregung zu verarbeiten. Und eine Möglichkeit, das zu tun, ist Bewegung.
Wie du mit kreativem Kindertanz mehr Bewegung in den Advent bringst und damit auch für eine ausgeglichenere Stimmung in deiner Kita-Gruppe sorgen kannst, zeige ich dir in diesem Artikel.
Inhaltsverzeichnis
- Warum die Kinder im Advent oft besonders aufgedreht sind
- Bewegung statt ständig zur Ruhe ermahnen
- Kreativer Kindertanz: Bewegung und Weihnachtsvorfreude verbinden
- Ein tägliches Tanzritual bringt Bewegung in die Adventszeit
- Was gemeinsames Tanzen für die Gruppe bewirken kann
- Auch für dich als Erzieherin darf der Advent entspannter werden
- So wird euer Adventskalender zum täglichen Tanzerlebnis
Warum die Kinder im Advent oft besonders aufgedreht sind
Im Dezember kommt für Kinder ganz schön viel zusammen.
Da ist natürlich die Vorfreude auf Weihnachten. Überall glitzert und funkelt es, es duftet nach Plätzchen, Weihnachtslieder laufen und ständig passiert irgendetwas Besonderes. Mal kommt der Nikolaus, mal steht eine Weihnachtsfeier an und dann gibt es noch eine Überraschung im Adventskalender.
Für uns Erwachsene gehört das alles zur Weihnachtszeit dazu. Für Kinder sind es aber jede Menge Eindrücke, die sie erst einmal verarbeiten müssen.
Und das machen Kinder eben nicht, indem sie still dasitzen und über das Erlebte nachdenken. Sie verarbeiten ihre Eindrücke im Spiel und durch Bewegung. Denn Kinder begreifen ihre Umwelt, indem sie sich bewegen, Dinge ausprobieren und Erlebnisse nachspielen.
Gleichzeitig fehlt ihnen ausgerechnet in dieser dunklen Jahreszeit oft genau dieser Raum für Bewegung. Sie verbringen mehr Zeit drinnen und im Kita-Alltag stehen viele Angebote auf dem Programm, bei denen sie sitzen, zuhören oder sich längere Zeit konzentrieren sollen. Da wird der Adventskalender zelebriert, es werden Plätzchen gebacken, Geschenke gebastelt und Lieder für den Nikolaus geübt.
Aber nur weil die „besinnliche“ Weihnachtszeit beginnt, verschwindet der Bewegungsdrang der Kinder ja nicht. Im Gegenteil: Durch die vielen Eindrücke und die Aufregung wird das Bedürfnis nach Bewegung sogar noch größer.
Bekommen die Kinder dafür zu wenig Gelegenheit, spüren wir Erzieherinnen das in der Gruppe. Die Kinder werden unruhiger, rennen durch die Gruppe, geraten schneller aneinander, die Lautstärke steigt und den Kindern fällt es schwer sich auf eine ruhige Beschäftigung einzulassen.
Zusätzlich kommen noch unsere eigenen Erwartungen dazu.
Wir wünschen uns eine ruhige und gemütliche Adventszeit. Dabei stehen wir selbst unter Strom, weil zusätzlich zum normalen Kita-Alltag noch so viele Vorbereitungen und Termine anstehen. Und als wäre das nicht genug, kommen gerade in dieser Jahreszeit häufig noch Krankheitswellen und Personalmangel dazu.
Diese Anspannung überträgt sich auch auf die Kinder.
Deshalb finde ich es so wichtig, den Kindern gerade jetzt genügend Raum für Bewegung zu geben, statt ständig zu versuchen, sie zur Ruhe zu bringen.
Bewegung statt ständig zur Ruhe ermahnen
Wenn die Kinder aufgedreht sind und die Lautstärke steigt, versuchen wir im Kita-Alltag oft zuerst, wieder Ruhe in die Gruppe zu bringen.
„Setz dich bitte hin.“
„Jetzt hör doch mal zu.“
„Können wir bitte alle wieder ein bisschen leiser sein?“
Und manchmal ertappen wir uns dabei, wie wir diese Sätze gefühlt hundertmal am Tag wiederholen.
Natürlich gibt es Situationen, in denen wir Ruhe brauchen oder auch angebracht ist. Aber wenn eine ganze Gruppe voller Energie steckt, bringt es wenig, immer wieder zu verlangen, dass alle still sitzen.
Warum also nicht einfach mal das Gegenteil machen?
Statt die Kinder ständig zur Ruhe zu ermahnen, geben wir ihrem Bewegungsdrang ganz bewusst einen Platz im Tagesablauf.
Das muss nicht bedeuten, dass wir jeden Tag ein großes Bewegungsangebot in der Turnhalle vorbereiten. Schon eine kurze, gezielte Bewegungseinheit kann helfen, den Alltag zu unterbrechen und den Kindern Raum für ihre Energie zu geben.
Wenn die Kinder Gelegenheit bekommen, ihren Bewegungsdrang auszuleben, fällt es ihnen anschließend oft leichter, sich wieder auf ruhigere Beschäftigungen einzulassen. Sie können sich besser auf ein Spiel konzentrieren, einer Geschichte zuhören oder sich mit einer Sache beschäftigen, ohne ständig das Bedürfnis zu haben, aufzustehen und herumzulaufen.
Wichtig ist dabei, dass die Bewegung einen passenden Rahmen bekommt, genügend Platz vorhanden ist und sich aktive und ruhigere Phasen im Tagesablauf abwechseln.
Und gerade im Advent lässt sich Bewegung wunderbar mit den Themen verbinden, die die Kinder sowieso beschäftigen.
Warum also nicht jeden Tag ein paar Minuten dafür einplanen. Vielleicht sogar als festes Ritual im Adventskalender.
Bewegung darf auch wild sein
Nicht jede Bewegungsaktion muss ruhig und gemütlich ablaufen.
Kinder dürfen hüpfen, stampfen, wirbeln und sich auch einmal richtig auspowern.
Im Advent können zum Beispiel Schneeflocken wild durch die Luft wirbeln, Rentiere durch den Schnee galoppieren oder Weihnachtswichtel geschäftig durch ihre Werkstatt flitzen.
So bekommen die Kinder nicht nur Gelegenheit, sich zu bewegen, sondern können auch ihre Weihnachtsvorfreude und ihre Eindrücke im Tanz ausdrücken.
Denn das Ziel ist nicht, dass die Kinder den ganzen Tag möglichst ruhig sind. Es geht darum, einen guten Wechsel zwischen Aktivität und Ruhe zu finden.
Kreativer Kindertanz: Bewegung und Weihnachtsvorfreude verbinden
Eine meiner liebsten Möglichkeiten, Bewegung in den Kita-Alltag zu bringen, ist kreativer Kindertanz.
Dabei geht es nicht um feste Tanzschritte oder darum, eine Choreografie einzustudieren. Die Kinder bewegen sich zur Musik, greifen kleine Geschichten auf und entwickeln eigene Bewegungsideen.
Das Schöne daran ist, dass du die Themen, die die Kinder gerade beschäftigen, aufgreifen kannst .
Im Advent können das Weihnachtsvorbereitungen, winterliche Geschichten oder andere fantasievolle Ideen sein.
Die Kinder schlüpfen in unterschiedliche Rollen und setzen ihre Vorstellungen mit Bewegung um. Dabei darf jedes Kind seine eigene Art finden, sich zu bewegen.
Als Erzieherin und Diplom-Tanzpädagogin habe ich immer wieder erlebt, wie begeistert Kinder bei solchen Tanzgeschichten mitmachen.
Sie brauchen dafür keine perfekten Bewegungen. Sie brauchen eine Idee, Musik und die Möglichkeit, ihre Fantasie einzusetzen.
Wie Musik und Bewegung die Stimmung in der Gruppe verändern können
Musik hat einen großen Einfluss auf unsere Stimmung. Das kennst du bestimmt auch von dir selbst. Manche Musik macht sofort gute Laune und du möchtest dich am liebsten dazu bewegen. Andere Musik lässt dich ruhiger werden oder lädt zum Träumen ein.
Das können wir auch beim kreativen Kindertanz nutzen.
Wenn die Stimmung in der Gruppe angespannt ist, kann die passende Musik zusammen mit einem gemeinsamen Tanzspiel helfen, die Atmosphäre wieder aufzulockern. Die Kinder dürfen sich bewegen, gemeinsam lachen und ihre Energie ausleben.
Mit unterschiedlichen Musikstücken und Tanzideen kannst du dabei ganz verschiedene Stimmungen entstehen lassen. Mal wird es fröhlich und ausgelassen, mal ruhiger und konzentrierter.
Du musst die Kinder also nicht erst zur Ruhe bringen, bevor ihr gemeinsam tanzen könnt. Du kannst ihre momentane Stimmung aufgreifen und mit Musik und Bewegung etwas daraus machen.
Natürlich reagiert nicht jedes Kind gleich auf Musik und Bewegung. Deshalb ist es wichtig, deine Gruppe zu beobachten und auszuprobieren, welche Musik und welche Tanzideen gut zusammenpassen und die gewünschte Stimmung unterstützen.
Ein tägliches Tanzritual bringt Bewegung in die Adventszeit
Gerade im Advent bietet es sich an, Bewegung zu einem festen Bestandteil des Tages zu machen.
Im Kita-Alltag stehen ohnehin schon so viele Vorbereitungen und Aktionen an. Da muss nicht auch noch ein zusätzliches Bewegungsangebot auf die To-do-Liste. Nutze doch einfach euren Adventskalender dafür.
Statt jeden Tag eine weitere Bastelaktion oder andere Beschäftigung einzuplanen, könnt ihr euch mit dem Adventskalender ganz bewusst Zeit für gemeinsame Bewegung nehmen.
Durch dieses tägliche Ritual bekommen die Kinder regelmäßig Gelegenheit, ihre aufgestaute Energie loszuwerden und die vielen Eindrücke aus der Adventszeit durch Bewegung zu verarbeiten. Das fördert ihre Fähigkeit, sich anschließend wieder auf ihr Spiel zu konzentrieren, und sorgt für eine ausgeglichenere Atmosphäre in der Gruppe.
Gleichzeitig entsteht ein gemeinsames Ritual für die ganze Gruppe, auf das sich die Kinder freuen können.
Und auch für dich als Erzieherin ist das eine schöne Gelegenheit, die Adventszeit gemeinsam mit den Kindern zu erleben. Denn während du beim Plätzchenbacken, Basteln oder bei anderen Adventsaktionen oft vor allem mit Vorbereiten, Organisieren und Anleiten beschäftigt bist, kannst du beim Tanzen selbst mitmachen.
So entstehen gemeinsame Erlebnisse, die das Miteinander stärken, für fröhliche Momente sorgen und wieder etwas Leichtigkeit in den oft turbulenten Adventsalltag bringen.
Was gemeinsames Tanzen für die Gruppe bewirken kann
Gerade in der Adventszeit sprechen wir viel über Gemeinschaft, Achtsamkeit und ein gutes Miteinander. Beim gemeinsamen Tanzen können die Kinder genau das erleben.
Wenn alle zusammen in eine Tanzgeschichte eintauchen, entsteht ein Gefühl von Gemeinschaft. Jedes Kind bringt seine eigenen Bewegungsideen ein und trotzdem erleben alle etwas gemeinsam.
Dabei nehmen die Kinder auch einander ganz bewusst wahr. Sie beobachten, wie sich die anderen bewegen, greifen deren Ideen auf und entdecken dadurch vielleicht ganz neue Bewegungsmöglichkeiten. Manchmal braucht es nur eine Idee von einem anderen Kind, damit sich jemand traut, selbst etwas Neues auszuprobieren.
Auch aufeinander zu achten gehört dazu. Wenn sich alle gleichzeitig durch den Raum bewegen, müssen die Kinder wahrnehmen, wo die anderen sind, und Rücksicht aufeinander nehmen.
So wird kreativer Kindertanz zu einem gemeinsamen Erlebnis, bei dem die Kinder nicht nur ihre eigene Fantasie und Kreativität entfalten, sondern gleichzeitig auch Achtsamkeit, Miteinander und Gemeinschaftsgefühl gefördert werden.
Auch für dich als Erzieherin darf der Advent entspannter werden
Wir Erwachsene machen uns im Advent oft selbst den ganzen Druck.
Schließlich soll die Adventszeit besonders schön werden. Also planen wir jede Menge Aktionen und versuchen, neben dem normalen Kita-Alltag auch noch all die zusätzlichen Vorbereitungen unterzubringen.
Gleichzeitig werden die Kinder immer unruhiger, die Lautstärke steigt und wir merken, wie unser Nervenkostüm immer dünner wird. Schließlich stehen wir selbst schon unter Stress und haben immer weniger Geduld.
Dabei brauchen die Kinder nicht jeden Tag ein volles Programm. Viel wichtiger ist doch, dass wir diese besondere Zeit gemeinsam mit ihnen erleben, statt nur eine Aktion nach der anderen abzuarbeiten.
Die Adventszeit darf auch bewegt und fröhlich sein.
Genau dafür ist kreativer Kindertanz so geeignet. Denn du brauchst im Grunde nur Musik, eine Bewegungsidee und ein bisschen Platz.
Statt ständig etwas zu planen, vorzubereiten und anzuleiten, kannst du beim Tanzen selbst Teil des gemeinsamen Erlebnisses werden. Du verbringst die Zeit wirklich mit den Kindern, statt nur für sie etwas zu organisieren. Genau dieses gemeinsame Erleben stärkt die Verbindung zwischen dir und den Kindern.
So wird euer Adventskalender zum täglichen Tanzerlebnis
Du musst also nicht noch mehr Aktionen in euren ohnehin schon vollen Adventsalltag packen.
Nutze doch einfach euren Adventskalender, um jeden Tag ein paar Minuten gemeinsam zu tanzen. Ohne aufwendige Vorbereitungen, ohne zusätzliche Bastelmaterialien und ohne ständig neue Kleingruppenangebote organisieren zu müssen.
Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, lies auch meinen Blog-Artikel „Tanzen statt Adventskalender-Tetris: Eine bewegte Alternative für den Kindergarten“.
Und damit du dir die passenden Tanzideen nicht selbst überlegen musst, wird es von mir einen Tanz-Adventskalender für den Kindergarten geben.
Darin bekommst du die Tanzideen fertig vorbereitet, sodass du sie direkt mit deiner Gruppe umsetzen kannst.
Trag dich hier auf die Warteliste für den Tanz-Adventskalender ein und erfahre als Erste, sobald er verfügbar ist.
Eine fröhliche und entspannte Adventszeit!



